Chefarztposition attraktiv gestalten: zehn Faktoren, die Kliniken beeinflussen können

Von Dirk Weber, Gründer und Geschäftsführer der KLINIKER BRÜCKE

Die kurze Antwort

Eine Chefarztposition wird attraktiv, wenn Perspektive, Ausstattung, Team, Gestaltungsspielraum und Gesamtpaket zusammenpassen. Viele dieser Faktoren kann eine Klinik selbst beeinflussen: von Investitionszusagen und Stellenplan über Entscheidungswege und Dienstmodelle bis zur Unterstützung beim Umzug. Standort und Versorgungsstufe sind dagegen gesetzt. Umso wichtiger ist es, die gestaltbaren Faktoren vor der Suche zu klären und in der Ansprache konkret zu benennen.

Aus der Praxis

Dirk Weber, Gründer und Geschäftsführer

[Persönlicher Einstieg Dirk, 50–100 Wörter: z. B. ein Kandidat, der eine finanziell bessere Position abgelehnt hat, und was am Ende den Ausschlag für eine andere Klinik gab.]

Warum das Angebot über den Erfolg der Suche entscheidet

Erfahrene Kandidaten haben meist eine sichere Position. Sie wechseln nur, wenn die neue Aufgabe klar besser ist, und zwar nicht nur beim Gehalt. Eine Suche kann noch so gut geführt sein: Wenn das Angebot nicht überzeugt, sagen die besten Kandidaten ab.

Zehn Faktoren, die Kliniken beeinflussen können

1. Perspektive der Abteilung

Kandidaten wollen wissen, welche Rolle die Abteilung künftig im Haus und im Verbund spielt, gerade mit Blick auf die Leistungsgruppen der Krankenhausreform. Eine klare, schriftlich festgehaltene Strategie schafft Vertrauen.

2. Investitionen und Ausstattung

Zusagen zu Medizintechnik, Räumen oder IT zeigen, dass das Haus in die Abteilung investiert. Konkrete Zusagen wirken stärker als allgemeine Absichtserklärungen.

3. Stellenplan und Team

Wie viele Oberärzte und Assistenzärzte hat die Abteilung, wie stabil ist das Team, gibt es offene Stellen? Eine realistische Darstellung ist besser als eine Schönfärberei, die im ersten Hospitationstag auffällt.

4. Entscheidungswege

Wie schnell lassen sich Entscheidungen mit der Geschäftsführung treffen? Kurze Wege und klare Zuständigkeiten sind für viele Kandidaten ein wichtiges Argument.

5. Vergütungspaket

Fixum, variable Bestandteile und gegebenenfalls die Beteiligung an Einnahmen aus wahlärztlichen Leistungen müssen im Markt bestehen und nachvollziehbar sein. Zielvereinbarungen sollten medizinisch vertretbar gestaltet sein.

6. Weiterbildungsbefugnis und fachliche Entwicklung

Die Weiterbildungsbefugnis, Möglichkeiten zur Spezialisierung und gegebenenfalls Forschung und Lehre machen eine Position fachlich interessant und erleichtern es, das Team zu halten.

7. Dienst- und Vertretungsregelungen

Wie sind Hintergrunddienste organisiert, wer vertritt im Urlaub, welche Erreichbarkeit wird erwartet? Viele Kandidaten fragen inzwischen gezielt danach.

8. Unterstützung beim Umzug und für die Familie

Hilfe bei der Wohnungssuche, Kontakte für den Partner oder die Partnerin, Informationen zu Schulen und Kinderbetreuung nehmen dem Wechsel viel von seiner Hürde.

9. Einarbeitung

Ein klarer Plan für die ersten Monate, idealerweise mit einer Übergabe durch den Vorgänger, zeigt Kandidaten, dass das Haus den Start ernst nimmt.

10. Ehrliche Kommunikation im Verfahren

Schnelle Rückmeldungen, verlässliche Termine und offene Antworten auf kritische Fragen sind selbst ein Teil des Angebots. Kandidaten schließen vom Auswahlverfahren auf die spätere Zusammenarbeit.

Was Kliniken nicht ändern können und wie sie damit umgehen

Standort, Versorgungsstufe und Trägerschaft sind gesetzt. Sie müssen kein Nachteil sein: Ein regionales Haus kann mit kurzen Wegen, Gestaltungsspielraum und der Nähe zu den Patientinnen und Patienten punkten. Wichtig ist, diese Stärken nicht vorauszusetzen, sondern zu benennen.

Wie das Angebot in der Ansprache sichtbar wird

Ein attraktives Angebot nützt nur, wenn Kandidaten es früh erfahren. Die wichtigsten Punkte gehören deshalb schon ins Anforderungsprofil und in das erste Gespräch, nicht erst in die Vertragsverhandlung. Wie ein Profil entsteht, beschreibt der Themenbereich Chefarzt-Nachfolge.

Unsere Einordnung

Was bedeutet das für Kliniken?

[prüfen: eigene Einordnung von Dirk, z. B. welche drei Faktoren in Ihren Projekten am häufigsten den Ausschlag gegeben haben und wo Kliniken ihr Angebot unterschätzen.]

Häufige Fragen

Welcher Faktor ist für Kandidaten am wichtigsten?

Das ist individuell. Häufig entscheiden die Perspektive der Abteilung und der Gestaltungsspielraum mit darüber, ob ein Kandidat wechselt, nicht die Vergütung allein.

Sollte eine Klinik Investitionen schon in der Ansprache zusagen?

Wenn sie beschlossen sind, ja. Konkrete Zusagen stärken die Glaubwürdigkeit. Unverbindliche Andeutungen können dagegen später Vertrauen kosten.

Was tun, wenn das Budget für die Vergütung begrenzt ist?

Dann lohnt es sich, die anderen Faktoren stärker zu nutzen und konkret zu benennen: Perspektive, Ausstattung, Team, Dienstmodelle und Unterstützung beim Wechsel.

Bild von Dirk Weber
Dirk Weber

Gründer und Geschäftsführer der KLINIKER BRÜCKE. Seit 2010 auf die Besetzung von Chefarztpositionen in deutschen Kliniken spezialisiert.

Dirk Weber auf LinkedIn

Inhalt

Wie attraktiv ist Ihre Chefarztposition im Markt?

Bevor die Suche beginnt, ordnen wir Ihr Angebot ein: an dem, was erfahrene Chefarztanwärter erwarten.
Dirk Weber, Gründer und Geschäftsführer der KLINIKER BRÜCKE
Das Erstgespräch führe ich persönlich.
Dirk Weber, Gründer und Geschäftsführer
Vertraulich · unverbindlich

Weiterführende Themen